Cool Carriers

Cool Carriers ist ein Schifffahrtsunternehmen in Schweden und entstand aus Salén Reefer Services, in den 1980erJahren die größte Reederei der Welt für den Schiffstransport von Bananen. Nach mehrfachen Übernahmen und Umgruppierungen in LauritzenCool, NYKLauritzenCool und NYKCool wurde Cool Carriers von Baltic Shipping übernommen und firmiert mit Sitz in Stockholm wieder unter dem ursprünglichen Namen.

 

Der Beginn von Salén erfolgte in Norwegen um 1905 (Foto Quelle Salén)

 

Geschichte

Christian Matthiessen

Die Geschichte beginnt  bei dem Norweger Christian Matthiessen, der ein Holzgeschäft führte.  Bei einem Gespräch mit dem  britischen Bananenimporteur A. Roger Ackerley der britischen Firma Elders & Fyffes kamen sie ins Geschäft und Elders & Fyffes kaufte von Matthiessen für die empfindlichen importierten Bananen von den Kanarischen Inseln eigens angefertigte Holzkisten (Crates) aus Norwegen von Matthiessen. 1905 begann Matthiesen auf Anregung von Fyffes selbst den Import von Bananen nach Norwegen. Das Unternehmen war erfolgreich, wuchs schnell und er begann, das Geschäft auf Schweden auszuweiten. Matthiesens Sohn Carl gründete daher am 4. März 1909 die "The Banana Company AB" mit Sitz in Göteborg und bald darauf wurde das Unternehmen in den eher schwedisch klingenden Namen "AB Banan-Kompaniet" umbenannt.

 

 In Lattenkisten verpackte Bananen wurden von den Kanarischen Inseln nach England verschifft (Quelle Fyffes)

 

 

 

Allerdings gab es auf dem Seeweg immer wieder Probleme mit der Qualität der Bananen, je nachdem woher sie kamen und wie sie geladen wurden. Bananen aus der Karibik waren oft übereif und beim Verkauf häufig schon schwarz. Bananen von den Kanarischen Inseln wurdem häufig an Deck geladen und waren im Winter gefroren.

Sigried Matthiessen

Salén

Sven Salén, Stockholm, begann seine Schifffahrtstätigkeit 1915 mit dem Kauf einiger älterer Schiffe. Nach einigen mageren Jahren kam er in Kontakt mit Carl Matthiessen, der die A/B Banan-Kompaniet in Göteborg leitete und Bananen aus Rotterdam und Bremerhafen importierte, um sie in Skandinavien weiter zu vertreiben. Die Bananen wurden mit englischen Kühlschiffen aus Mittelamerika verschifft.

 

Carl Matthiessen,wollte daher den Bananentransport auf dem Seeweg verbessern. Sven Salén war ein geeigneter Kandidat. Carl Matthiessens Wissen und seine Verbindungen zur Bananenindustrie ergänzten Sven Saléns Wissen über die Schifffahrt. Gemeinsam beschlossen sie, den Import von Bananen nach Schweden und Skandinavien auszubauen und den Seetransport stärker als bisher zu kontrollieren.

 

Sven charterte 1922 das Schiff Caledonia, um Bananen von Rotterdam nach Malmö und Stockholm zu transportieren. Sie richteten außerdem eine Strecke Rotterdam-Gent-Antwerpen-Stockholm ein, die von drei Schiffen bedient wurde, sowie Rotterdam-Göteborg-Oslo, die von zwei Schiffen bedient wurde, was wir heute als Zubringerdienst bezeichnen würden. Nach Rotterdam wurden die Bananen mit den Bananenschiffen von United Fruit und der englischen Tochter Elders & Fyffes geliefert.

 

 Sandhamn, das erste Kühlschiff

 

Aus der fruchtbaren Begegnung zwischen einem Bananenimporteur und einem Reeder ging Banan Kompaniet und die  Salénrederierna hervor, die beide eine marktbeherrschende Stellung in den nordischen Ländern erlangten und dann schrittweise ihr transatlantisches Geschäft mit United Fruits ausbauten.

 

In den 1960er Jahren wurde die Reefer-Sparte von Salén zum Weltmarktführer im maritimen Kühltransport. Sie arbeiteten mit Verladern zusammen, lernten von ihnen und entwickelten Schiffe und Frachtumschlagtechniken. Im Laufe der Jahre baute Salén ein bedeutendes technologisches Know-how auf, das durch Neubauten vorangetrieben wurde. Um Marktführer zu bleiben, wurden neue Klassen von immer moderneren Schiffen entwickelt.

 

 

 

Bis Ende der 1960er Jahre sah der Markt immer besser aus, doch Neueinsteiger und deutlich höhere Bunkerkosten erschwerten die 1970er Jahre. In den 1960er Jahren beschrieb sich Salén als moderner, hochtechnisierter Weltmarktführer mit hochmodernen Schiffen, hatte  enge Beziehung zum großen Fruchtkonzern United Fruit zu haben.  Und die  Frachtumschlagstechniken konzentrierten sich auf die Optimierung des Palettenhandlings .

 

Trotz des widrigen Marktes in den 1970er und frühen 1980er Jahren entwickelte Saléns seine Flotte mit Volldampf fort. Die Ergebnisse waren seit Ende der 1960er Jahre weder nachhaltig noch sehr positiv, aber auch innerhalb der Kühlbranche gab es keine größeren Verluste. Die Reefer-Sparte wurde im Saléns-Konzern nie in Frage gestellt, sondern als Kernbereich angesehen, in den investiert werden sollte. Aufgrund der liberalen Anlagepolitik von Saléninvest investierte die Reefer-Sparte von Salén jedoch Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre erheblich. In der ersten Hälfte der 1980er Jahre wurde Saléns von der Schifffahrtskrise hart getroffen und am 19. Dezember 1984 wurde der Konkursantrag beim Stockholmer Bezirksgericht gestellt. Das Unternehmen konnte nicht gerettet werden und das Vermögen wurde an die Gläubiger verteilt.

 

Cool Carriers

Teile der Salen Reefer Schiffsflotte, der Organisation sowie des Salen Personals wurden von Cool Carriers übernommen. Cool Carriers verfügte dadurch über wichtige Kühlschiffs-Technologien, große moderne Kühlschiffe und erfahrenes Personal auf den Kühlschiffen und in den Büros.

 

Cool Carriers begann als Fortsetzung von Saléns Reefer-Sparte. So konnte Cool Carriers unmittelbar nach der Insolvenz von Salén gegründet werden. Ein Großteil der früheren Organisation wurde an Cool Carriers weitergegeben.Zwischen dem Rest von Cool Carriers, dem oberen Management und den Eigentümern entwickelte Differenzen, die dazu führten, dass sie sich nach anderen Eigentümern umsahen.Das führte zu den mehrfachen Wechseln der Besitzer.

 

 

 

Ansonsten herrschte bei Cool Carriers das marktführende Wissen, die operative Exzellenz und die Zusammenarbeit mit hochkarätigen Kunden vor, dass schon Salén ausgezeichnet hatte. In den späten 1980er Jahren sahen die Marktaussichten gut aus und die 1990er Jahre wurden diskursiv als "golden" bezeichnet. Die 1990er Jahre wurden diesen Erwartungen jedoch nie ganz gerecht. Während dieses Jahrzehnts hatte Cool Carriers verschiedene Besitzer, aber sie fühlten sich immer noch verantwortlich und widersetzten sich auch, wenn die Eigentümer zu sehr gegen ihre Interessen handelten.

 

Cool Carriers hatte moderne und hochklassige große Kühlschiffen. Im Jahr 2001 wurde Cool Carriers von Lauritzen übernommen, und als LauritzenCool mit Sitz in Stockholm weitergeführt. 2005 wurde von LauritzenCool und Nippon Yusen Kabushiki Kaisha (NYK) die Reederei NYKLauritzenCool gegründet. Sie beschäftigte rund 60 spezialisierte Kühlschiffe von 300.000 bis 760.000 cbf mit zusätzlicher Kapazität für Kühlcontainer an Deck. NYK übernahm 2007 die restlichen 50 % und das Unternehmen wurde in NYKCool umbenannt.

 

 Entwicklung von Cool Carriers (1984) zu Cool Carriers (2014)

Nach 8 Jahren wurde NYKCool an Baltic Reefers, einem führenden Betreiber von Kühlschiffen und Teil der 1999 gegründeten Baltic Shipping Gruppe, verkauft. Hier wird die Kühlschiffsreederei unter dem alten Namen Cool Carriers als separat operierende Tochtergesellschaft mit rund 50 Kühlschiffen geführt, mit Schwerpunkten im Transport von Obst aus Argentinien, Südafrika und Marokko nach Europa sowie von Bananen aus Ecuador und Kolumbien anfangs hauptsächlich nach St. Petersburg spezialisiert.

Homepage: https://cool.se/

 

Adresse: Cool Carriers AB

Barnhusgatan 16

SE-111 23 Stockholm, Sweden

 

 Das folgende Bild zeigt die Cool Spirit, das neueste Kühlschiff von Cool Carriers (Quelle Fleetmoon)

 

 

 

Neue Schiffe

Neue Schiffe wurden durch die Reederei Baltic Reefers, der Mutter von Cool Carriers geordert, die damit den seit Jahren größten Werftauftrag zum Bau von neuen Kühlschiffen platzierte. Insgesamt wurden sechs Kühlschiffe bei der japanischen Werft Shikokudo in Japan für Cool Carriers, bestellt. Hierzu gehören neben den vier Schiffen des Typ 650.000cf zwei Schiffe des Typs 880.000 Kubikfuß.

 

Die Schiffe wurden mit der Eisklasse 1 B gebaut und werden von einem langsamlaufenden Siebenzylinder-Zweitakt-Dieselmotor mit einer Nennleistung von 15.300 kW bei 102 U/min angetrieben. Der Motor verleiht den Schiffen eine Geschwindigkeit von 20 kn (37 km/h). Zur Stromerzeugung wurden sechs Dieselgeneratoren mit einer Gesamtleistung von 9.025 kVA installiert.

 

Die Schiffe verfügen über fünf Laderäume. Die Laderäume 1, 2, 4 und 5 sind für den Transport von Kühlladungen bei Temperaturen von −25 °C bis +15 °C ausgerüstet. Die durch Zwischendecks unterteilten Laderäume werden von vier Deckskränen mit einer Kapazität von jeweils 40 t bedient. Laderaum 3 ist für den Transport von Containern mit Cellguides ausgerüstet.

 

Die Kapazität der Laderäume beträgt rund 653.310 ft³ (circa 18.500 m³). Im Laderaum 3 können 35 40-Fuß- bzw. 70 20-Fuß-Container geladen werden. Weitere Container können an Deck auf den Lukendeckeln sowie direkt vor dem Deckshaus geladen werden. Zusätzlich stehen Containerstellplätze an Deck hinter dem Deckshaus zur Verfügung. Hier befindet sich auch ein weiterer Deckskran mit einer Kapazität von ebenfalls 40 t. Für Kühlcontainer stehen 320 Anschlüsse zur Verfügung. Als Rückladung können Autos transportiert werden.