LNG-Betankung durch Titan LNG des mit 20.000 t weltweit stärksten Kranschiff Sleipnir, für 1 Mrd. $ bei der Jurong Shipyard in Singapur für Heerema gebaut (Quelle Titan LNG)

 

Titan LNG

Karl-Heinz Hochhaus

 

Diesen Beitrag habe ich mit weniger Bildern MItte Februar 2021 in Wikipedia hochgeladen, wurde jedoch wegen mangelnder  Relevanz gelöscht.

 

Titan LNG ist ein niederländisches Unternehmen, es ist ein Pionier im LNG-Bunkergeschäft und ist für die  Häfen von Rotterdam bis Hamburg relevant für die Lieferung und Versorgung von See- und Binnenschiffen mit Flüssigerdgas (LNG). 

 

 

IEin Blick von oben auf die beiden LNG-Bargen von Titan LNG (Quelle Titan LNG)

 

1. Einführung

In Deutschlands Häfen gibt es derzeit (2021) keine LNG-Bunkerboote oder LNG-Bunkerstationen. Die Lieferung von LNG erfolgte anfangs per LKW zum Schiff, das ist auch heute in vielen der kleineren Häfen üblich. LNG-Tank-Lkw mit 20-40 Kubikmeter Rauminhalt holen das LNG von Bunkerstationen bzw. LNG-Terminals aus belgischen oder niederländischen Häfen.

 

Gemeinsam mit dem Terminal-Unternehmen Fluxys baut die Titan LNG derzeit mit dem LNG-Bunkerboot-Prototyp FlexFuele] 001 und gecharterteb eine Flotte von Spezial-Bunkerschiffen auf, die sich durch vielseitige Möglichkeiten auszeichnen.Titan LNG hat das Ziel, gemeinsam mit Partnern ein globales Versorgungsnetz zum Bebunkern von Schiffen aufzubauen.

 

LNG-Terminals sind wegen dem Bau der umstrittenen Gaspipeline Nord Stream 2 in Deutschland ein Politikum. Die deutsche Bundesregierung hatte den USA jedoch in Aussicht gestellt, dass in Deutschland eine LNG-Infrastruktur entsteht.

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„Deutsche  Lng Projekte“ in https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/energieversorgung-entwicklung-der-gasmaerkte-belastet-deutsche-lng-projekte/26010274.html?ticket=ST-3052595-DeMsYb9eQVq3DNld24ud-ap3

 

 

Die Inselfähre Ostfriesland nach dem Umbau auf der Jungfernfahrt. Sie befindet sich hier am Anleger von Borkum (Foto Dr. Hochhaus)

 

2. Seeschiffe bunkern LNG

 

Nur wenige deutsche Reedereien haben sich getraut, den ersten Schritt beim Problem "Henne oder Ei, wer war zuerst da" zu gehen. Denn das galt um 2013/14 auch für den LNG-Treibstoff. Was nützt ein umweltfreundliches Schiff, wenn es nicht betankt werden kann.

 

Die Reederei AG Ems hat diese Blockade in Deutschland durch den Umbau des Fährschiffs Ostfriesland durchbrochen. Wenig später folgte der Neubau des Seebäderschiffes Helgoland für die Reederei Cassen Eils, ein Tochterunternehmen der AG Ems. Diese innovative Reederreigruppe hat sich mit dem Umbau bzw. Neubau von LNG-Schi

 

Jungfernfahrt der neuen Helgoland. Die Helgoland ist der 1. LNG-Neubau unter deutscher Flagge (Foto Dr. Hochhaus)

 

Die auf einen LNG-Antrieb in Bremerhaven umgebaute Borkumfähre Ostfriesland war das erste  Schiff, unter deutscher Flagge, dass mit LNG als Treibstoff betrieben werden konnte. Im April 2015 wurde es erstmals betankt. Die Betankung erfolgte von einem Tank-Lkw.

 

Bei der LNG-Bunkerung mit dem Lkw fließen etwa 20 - 40 cbm tiefkaltes LNG pro Stunde. Auch der bei der Fassmer-Werft entstandene erste deutsche Neubau mit LNG-Antrieb, die Helgoland wurde in Cuxhaven von einem Tank-Lkw mit LNG aus Antwerpen versorgt.

Die Aidasol wird im Hafen Hamburg von der LNG-Barge Hummel (unten rechts) mit Strom versorgt (Foto Dr. Hochhaus)

 

Aida gilt bei den Kreuzfahrtreedern als Pionier zum Thema LNG und begann mit der AIDAsol ebenfalls 2015, jedoch mit der indirekten LNG-Nutzung. Dazu diente die LNG-Hybrid-Barge|Hummel, die mit dem Treibstoff LNG Strom produzierte und mit einer unterirdischen Kabelverbindung zur AidaSol leitete.

 

Das LNG für die Hummel wurde ebenfalls vom Lkw gebunkert. Damit erfolgte die Stromversorgung der AidaSol im Hafenbetrieb mit LNG. Bei der in Japan gebauten Aidaprima, die bereits einen Dieselgenerator im Hybridbetrieb mit LNG betreiben konnte, erfolgte ab Mai 2016 in Hamburg die direkte Versorgung mit LNG aus einem Lkw. Diese Art des Bebunkerns stellt somit bis vor kurzem die häufigste Art in Deutschland und Europa dar, denn zu dieser Zeit gab es keine LNG-Bunkerschiffe.

 

Das LNG-Bunkerschiff  Cardissa hat den gerade fertig gestellten Neubau Aidanova im Oktober 2018 zum ersten Mal in Eemshaven betankt (Foto Titan LNG)

 

Auch im Hafen von Teneriffa hat die aus Antwerpen gekommene Cardissa hat die Aidanova versorgt und pumpte über Nacht in acht Stunden rund 2.100 Kubikmeter LNG in die Tanks der Aidanova. Das wäre mit Tank-Lkws nicht zu schaffen gewesen. Die AidaNova kann in ihren drei Tanks rund 3500 Kubikmeter LNG bunkern, das soll rund zwei Wochen reichen.

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https://www.kn-online.de/Nachrichten/Wirtschaft/AIDAnova-Kreuzfahrtschiff-wird-erstmals-mit-LNG-betankt. "AIDAnova-Kreuzfahrtschiff wird erstmals mit LNG betankt“

 

Die Greenstream bunkert in Mannheim (Foto Hafen Mannheim)

 

3. Binnenschiffe bunkern LNG

 

Das erste Binnenschiff in Deutschland wurde am Rhein im Jahr 2013 im Hafen Mannheim aus einem Lkw bebunkert.Mit dem Treibstoff LNG betriebene Schiffe gelten in der Binnenschiffahrt als saubere Binnenschiffe. Mit einem gültigen Green Award-Zertifikat bekommen sie einen fünfzehn- bis dreißig-prozentigen Nachlass auf die Hafengebühren.

 

 Inzwischen ist auch in der Binnenschiffahrt das Interesse gestiegen und den Binnenschiffern wurde deutlich, dass LNG eine Brückenfunktion zum CO2-neutralen Schiffsbetrieb einnimmt. Die Relevanz einer LNG-Bunkerinfrastruktur führte 2013 zum Projekt "LNG Masterplan für Rhein-Main-Donau", das mit finanzieller Unterstützung des EU-Programms "Transeuropäische Netze" (TEN-V) den Aufbau einer LNG-Infrastruktur für die europäische Binnenschifffahrt zum Ziel hatte

 

Ein Ergebnis war die Standardisierung und Erstellung einer ''Prüfliste für das Bunkern von Flüssigerdgas Lkw - Schiff'' der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt. Denn anfangs erfolgte diese Bunkerung vom Lkw nur mit einer Ausnahmegenehmigung. Seither wurden an den Binnenwasserstraßen mehrere LNG-Tankstellen für Binneschiffe gebaut und eröffnet. Köln hat ebenso wie Duisburg eine LNG-Bunkeranlage für die Schifffahrt eingerichtet, und auch im Hafen Nürnberg können Schiffe seit kurzer Zeit LNG bunkern.

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------hhttps://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anlage/G/MKS/studie-marktreife-erdgasmotore-schifffahrt.pdf?__blob=publicationFile, „Studie über die Marktreife von Erdgasmotoren in der Binnen-und Seeschifffahrt“

 

 

 Engie Zeebrugge später LNG Zeebrugge (Foto Titan LNG)

 

4. Bunkerschiffe für die See- und Binnenschifffahrt

 

Im Juni 2019 wurde mit dem FlexFueler 001 der Prototyp der geplanten LNG-Bunker-Flotte für die Versorgung von Binnenschiffen und Seeschiffen in Betrieb genommen. Im Dezember 2020 erfolgte die Auslieferung des Schwesterschiffes FlexFueler 002. Beide Bunkerschiffe beruhen auf einer Barge-Konstruktion und wurden von der niederländischen Werft Kooiman Marine mit Sitz in Zwijndrecht abgeliefert. Die FlexFueler 002 wurde in Europas zweitgrößtem Seehafen [[Antwerpen]] stationiert und kann ebenfalls See- als auch Binnenschiffe mit LNG versorgen. Sie haben ein Rauminhalt von 1500 m³ und können rund 600 m³ pro Stunde übergeben.

 

Von Engie wurde 2021 das Bunkerschiff Engie Zeebrugge langfristig gecharter und in LNG Zeebrugge umbenannt.

 

  Engie Zeebrugge später LNG Zeebrugge versorgt den Autotransporter Auto Eco (Foto Titan LNG)

 

5. Zusammenfassung

Die LNG-Versorgung in den nordwesteuropäischen  Häfen erfolgten anfangs mit dem Tank-Lkw. Mit den größer werdenenden Schiffen reichten die kleinen Mengen nicht mehr aus und die ersten LNG Bunkerschiffe übernahmen diese Aufgabe. Hier spielt die Firma  Titan LNG eine Pionierrolle, deren Aktivitäten und Schiffe vorstehend .beschrieben werden.